Das klingt wirklich gut oder? Wie wäre es mit einer entspannenden Gesichtsmassage, einer lockernden Rückenmassage oder einfach einer traumhaften Auszeit? Ja, dies sind Dinge, mit denen ich ab nun täglich zu tun haben werde.
Seit Montag bin ich Praktikantin bei beauty24 - einem der führenden Onlineanbieter für Wellness-Reisen.Hier werde ich im Marketing alles rund um das Off- und Online-Marketing kennen lernen, stark in die Planung, Vorbereitung und Durchführung der ITB integriert sein und alles rund um die Tourismusbranche lernen. Leider werde ich Wellness, Beauty und Entspannung nur digital den ganzen Tag vor mir haben. Aber es ist ja gut zu wissen, was es alles gibt :-) Eine weitere Veränderung: ich arbeite nun nicht mehr wie bisher im beschaulichen Prenzlberg, sondern im bunten Kreuzberg. Mein Arbeitsweg hat sich von 5 Minuten Fahrradweg auf 45 Minuten Fahrradweg (mit Rückenwind und vielen Rotphasen an den unzähligen Ampeln locker auch mal 60Minuten) erhöht. Auch das ist NOCH nicht schlimm. Im Gegenteil. Ich lerne Berlin so wieder von seiner morgendlichen Seite kennen. Durchaus reizvoll!
Wo wir gerade bei Berlin sind. Wenngleich ich noch immer das permanente Gefühl habe, dass es einfach zu wenig Meer in der Hauptstadt gibt, muss ich offen und ehrlich zugeben: ich mag Berlin. Nein, ich bin weder verliebt in noch gebunden an diese Stadt – keine Angst - Fischkopf bleibt Fischkopf!Ich mag die Spreestadt einfach. Nach ca. 19 Monaten denke ich, kann ich ein positives Fazit ziehen.
Ich kann mich mittlerweile abfinden mit der ständigen Hup-Kommunikation (richtige Worte und Rücksicht wurden ja schon immer überschätzt), dem Lärm plärrender Kinder in meiner Straße, der Aggression der Öko-Prenzlberg-Mütter, die mich nicht annähernd als vollwertigen Menschen wahrnehmen, weil ich weder ein Kind im Öko-Kinderwagen vor mir herschiebe, noch ein Kind in Öko-Klamotten hinter mir herziehe geschweige denn ein Kind im dicken Öko-Bauch vor mir hertrage (Gott sei Dank!!!). Auch finde ich mich ab mit der permanenten Smogwolke, die mich zu jeder Tagesszeit in Ihre Fänge hüllt. Oder auch die überaus „hippen“ Berliner mit der übergroßen Plastesonnenbrille und den violetten,beinengen Hosen. Ja, ich meine die BerlinEr – noch nicht einmal BerlinerInnen! Aber an dieser Stelle werde ich mich nicht amüsieren über die eintönige Individualität der hippen Prenzlberger Bewohner.Das überlasse ich unzähligen anderen Blogs. Hier möchte ich nur ein kurzes Update meiner Zeit als Wahlberlinerin geben. Ja, Berlin hat seine kleinen,einzigartigen Augenblicke, die die Stadt für mich liebenswert machen. Die mich Tag für Tag sagen lassen: "Berlin, ick mag dir...auch wenn du echt anstrengend bist."
Am 3.Oktober - ein Tag, der gerade in der Hauptstadt einen ganz besonderen Stellenwert hat- war ich mutig genug, mir die Feierlichkeiten am Brandenburger Tor und auf der Festmeile - auf der Straße des 17.Juni - anzusehen. Ich wurde enttäuscht. Der Anblick war geschwängert von unzähligen Fress- und Trinkbuden. 20 Jahre Wiedervereinigung waren kaum zu spüren. Eher noch beim Einkaufen, wo man ab und zu über Wiedervereinigungsbrot oder Käse ohne Grenze. stolperte, wurde man auf die große Feierlichkeit aufmerksam, die sich nun zum 20.Mal jährte. Die Party war mäßig aber die vielen Menschen waren ein bisschen ruhiger als sonst. Während sonst mindestens die Hälfte der Menschen ihr Mobiltelefon am Ohr haben - ganz egal ob auf dem Fahrrad, neben der Freundin oder beim Autofahren, war es an diesem Tag die kleine Kamera oder professionelle Digital – Spiegelreflex vor den Augen. Alle standen da und mussten die einzigartigen Momente der 20-Jahre-Wiedervereinigung-in-der-Mitte-Berlins fotografisch festhalten.
Wenngleich sich der Unterhaltungsfaktor in Grenzen hielt, fand ich es dennoch schön, mein Fahrrad durch die Wiedervereinigungsbesucher zu schieben und ein bisschen Einigkeitsgefühl hautnah zu spüren – zwischen all den Deutschen, Chinesen, Japanern, Türken, Spaniern, Franzosen,… alle waren sie da.
Aber bevor ich weiter von Mengen an Fressbuden und eher mäßigen Jubelschreien an den Bühnen berichte, lass ich ein paar Bilder sprechen. Schließlich lief auch ich mit meiner kleinen Kamera durch die Stadt, an der vor 20 Jahren Beeindruckendes geschehen ist und die vor etwa 1,5 Jahren meine Heimat auf Zeit geworden ist.
So, nachdem ich lange auf einen zweiten Beitrag habe warten lasse,hoffe ich, euch weder gelangweilt noch mit zu viel Text überfrachtet zu haben. Weitere Neuigkeiten folgen.....dann weitaus spannender und von weiter weg. Aber dazu bald mehr....